Evolutionsfallen werden Tieren zum Verhängnig
Mai 15th, 2011 | By Simone | Category: AktuellesÖkologen richten ihre Aufmerksamkeit nun auf Evolutionsvorgänge in Städten
Für Ökologen rücken nun Tiere in urbanen Lebensräumen in den Mittelpunkt des Interesses, da sie eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit zeigen. Städte sind der ideale Ort für Forscher um evolutionäre Vorgänge zu untersuchen. “Es gibt eine ganze Reihe von Wildtieren, wie etwa Füchse, die Städte besiedeln”, meint Kurt Kotrschal, von der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle für Ethologie http://www.univie.ac.at/zoology/nbs/gruenau/ gegenüber pressetext. Tiere bemühen sich, die neuen Herausforderungen des urbanen Lebensraumes zu meistern und dabei Evolutionsfallen zu entkommen. So wird das Phänomen genannt, wenn Tiere ein entwickeltes Verhalten zur falschen Zeit oder am falschen Ort ausleben.
Tiere in Städten sind klarerweise anderen Lebensbedingungen ausgesetzt als Tiere am Land. “Es hängt von der Art ab, wie schnell sich Tiere anpassen. Vor allem kommt es darauf an, ob sie schon in urbaner Umgebung geboren wurden”, so Kotrschal. Menschliche Zivilisation bringt vorhersehbare, konstante Quellen für Wasser und Nahrung mit sich. Doch das kann negative Folgen für die Tierwelt haben: In Florida werden Eichelhäher in einem derart großen Ausmaß von Menschen gefüttert, dass sie glauben es gäbe einen ungewöhnlich frühen Frühling mit reichem Nahrungsangebot. Sie reagieren darauf, indem sie früher Eier legen und größere Gelege haben als ihre Artgenossen am Land. Die Evolutionsfalle dabei: Jungvögel ernähren sich nur von Insektenlarven, die es zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr aber noch nicht gibt. Das führt dazu, dass viele verhungern.
Auch Schildkröten sind von einer Evolutionsfalle betroffen: Nachdem Schildkröten am Strand geschlüpft sind, versuchen sie so schnell wie möglich ins Meer zu gelangen. Dabei orientieren sie sich daran, dass das Meer heller ist als das Land. Heutzutage ist das Land jedoch oft hell beleuchtet und so bewegen sich manche Schildkröten landeinwärts, wo sie kaum Überlebenschancen haben. Ähnliches betrifft auch in der Nacht wandernde Singvögel, die durch hell beleuchtete Gebäude irritiert werden und mit ihnen kollidieren. Das hat oft zehntausende tote Vögel zur Folge. “Diese Probleme muss man identifizieren und etwas dagegen tun. Noch stärker als Zugvögel sind übrigens Schmetterlinge von der starken Beleuchtung in Städten betroffen. Die einzige Möglichkeit ist, das Licht abzudrehen”, erklärt Kotrschal im Gespräch mit pressetext.















